Masterstudiengang

Masterstudiengang

Fort- und Weiterbildung im Bereich der Diätetik und Ernährungsmedizin

Mit einem besonderen Fokus auf den berufsbegleitenden Master of Science (MSc.)
Universitätslehrgang MSc. in Applied Nutritional Medicine an der Donau-Universität Krems

Fehl- und Überernährung (lebens)gefährlich und teuer!

Nach Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) stehen 64,4 Prozent der Todesfälle in (in)direktem Zusammenhang mit der Fehl- und Überernährung. Die sogenannten ernährungs(mit)bedingten Krankheiten verursachen – unter Heranziehung von Studien des BMG hochgerechnet – jährlich mindestens 75 Milliarden Euro Kosten. Damit verursacht die Fehl- und Überernährung rund ein Drittel der Kosten im Gesundheitswesen (in)direkt. Um Erkrankungen, die ernährungsbedingt sind oder im Zusammenhang mit Fehl- und Überernährung stehen, zu vermeiden oder diese (mitzu)behandeln, ist es erforderlich, ernährungstherapeutische Maßnahmen, die wissenschaftlich fundiert sind, durch qualifizierte Experten einzuleiten.

 

Diätassistenten und Ernährungswissenschaftler sind qualifizierte Ernährungsfachkräfte

Neben den Diätassistenten (Diätologen) und Ernährungswissenschaftlern oder Trophologen gibt es in Deutschland keine Berufsgruppe, die auf die Schulung und Beratung von Patienten, die unter ernährungs(mit)bedingten Krankheiten leiden oder diesen durch eine gezielte Lebensstiländerung (Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltenstherapie, Stressmanagement, ausreichend Schlaf) entgegenwirken möchten, ausreichend durch Ausbildung oder Studium vorbereitet ist. In Deutschland gibt es circa 60 Ausbildungsstätten (Diätlehranstalten) und eine Reihe von Universitäten und Fachhochschulen, die die Ausbildung von Diätassistenten und das Studium der Ernährungswissenschaft, Oecotrophologie oder Trophologie ermöglichen. In der Schweiz und in Österreich gibt es ebenfalls eine Unterscheidung und unterschiedliche Ausbildung von Diät-/Ernährungsberatern (u. a. Diätologen) und Ernährungswissenschaftlern (Humanernährung). Diätassistenten sind in der Regel im therapeutischen Bereich an Krankenhäusern oder in Schwerpunktpraxen tätig, während die akademisch ausgebildeten Ernährungswissenschaftler vorwiegend in der Forschung, an Universitäten und Fachhochschulen sowie in der Industrie, der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, dem (Wissenschafts)Marketing und der allgemeinen (präventiven) Ernährungsberatung – in der Regel freiberuflich – tätig sind. Auf die Beratung von kranken Menschen bereitet die dreijährige Ausbildung zum Diätassistenten besser vor als das Studium der Ernährungswissenschaft (etc.). Die Prävention und Therapie im Ernährungsbereich darf nicht nur auf die Ernährungsweise allein fokussiert bleiben, sondern muss vielmehr neben der rationalen Informationsvermittlung ein Gesamtkonzept der ganzheitlichen Gesundheitsförderung anbieten, das emotional agiert und neben der Ernährungs- auch die Verhaltens- und Bewegungstherapie einschließt. Dieses System erfordert in jedem Falle ein adäquates ärztliches Umfeld und dockt an die Diagnostik und Therapie durch Ernährungsmediziner an. Diesem Ziel – der ganzheitlichen, interdisziplinären, wissenschaftlich fundierten und klientenzentrierten Gesundheitsförderung – hat sich im deutschsprachigen Raum das Deutsche Kompetenzzentrum Gesundheitsförderung und Diätetik e.V. verschrieben, das ein Netzwerk für die effektive Gesundheitsförderung fordert, fördert und konstituiert.

 

Fort- und Weiterbildung in der Diät- und Ernährungsberatung sowie -therapie

Andere Berufsgruppen im Gesundheitsbereich – insbesondere Ärzte und Apotheker – können spezialisierende, anerkannte und zertifizierte Fort- und Weiterbildungen absolvieren, um sich für die Diät- und Ernährungsberatung sowie die Ernährungstherapie zu qualifizieren. In Deutschland haben rund 3.000 Mediziner die Qualifikation „ErnährungmedizinerIn“ nach dem Curriculum Ernährungsmedizin der Bundesärztekammer absolviert. Die (Landes)Apothekerkammern bieten den Kurs „Fachapotheker für Ernährungsberatung“ an. Aber auch die klassischen Berufe im Bereich der Diät- und Ernährungsberatung benötigen Fort- und Weiterbildung. Dafür stehen verschiedene zertifizierte Fort- und Weiterbildungen zur Verfügung. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) e.V. unterhält ein Fortbildungsinstitut und bietet hier unter anderem den Kurs „Ernährungsberater DGE“ an. Die Berufsgruppen der Diätassistenten, Ernährungswissenschaftler (ect.)sowie Ärzte können unter bestimmten Voraussetzungen die von ihnen durchgeführte Beratung durch die gesetzlichen Krankenkassen bezuschussen lassen. Grundsätzlich ist die Diät- und Ernährungsberatung sonst nur außerhalb des durch Krankenkassen finanzierten Systems als IGEL-Leistung durchzuführen und zu entgelten. Die Zertifizierung von Diätassistenten, Ernährungswissenschaftlern und Ärzten übernehmen verschiedene Verbände. Dazu gehören auch die Berufsverbände der Diätassistenten (VDD e.V.) sowie der Oecotrophologen und Ernährungswissenschaftler (VDOE e.V.). Die Weiterbildung zum Ernährungsmediziner ist ebenfalls entsprechend qualifizierend. Fort- und Weiterbildungen im Ernährungsbereich sollten grundsätzlich entsprechend zertifiziert sein.

 

Das Sozialgesetzbuch V regelt die Prävention und betriebliche Gesundheitsförderung

Unter bestimmten Voraussetzungen kann die präventive und die therapeutisch wirksame Diät- und Ernährungsberatung durch die gesetzlichen Krankenkassen bezuschusst werden. Dies ist im Sozialgesetzbuch V und den Verlautbarungen der Krankenkassen exakt reglementiert. Die Behandlungsfelder und Präventionsprinzipien der Primärprävention und der betrieblichen Gesundheitsförderung sind im Sozialgesetzbuch V (nach § 20 Abs. 1 SGB V nach § 20a SGB V) geregelt. Im Bereich Ernährung und Betriebsverpflegung werden folgende Ziele angestrebt:

  • Vermeidung von Mangel- und Fehlernährung
  • Vermeidung und Reduktion von Übergewicht
  • Gesundheitsgerechte Verpflegung am Arbeitsplatz

Der Leitfaden Prävention umfasst die gemeinsamen und einheitlichen Handlungsfelder und Kriterien der Spitzenverbände der Krankenkassen zur Umsetzung von §§ 20 und 20a SGB V vom 21. Juni 2000 in der Fassung vom 2. Juni 2008. Die Krankenkassen haben durch die GKV-Gesundheitsreform 2000 sowie durch das GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz
(GKV-WSG) 2007 in §§ 20 (Primärprävention) und 20a (Prävention arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren) SGB V wieder einen erweiterten Handlungsrahmen in der
Primärprävention und der betrieblichen Gesundheitsförderung erhalten. Unter Krankenkassen werden „nur“ die gesetzlichen Krankenkassen verstanden. Die PDF-Version (korrigiert) des Leitfaden Prävention steht auf der Internetseite des Medizinischen Dienstes des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e.V. unter folgendem Link zum Download bereit: http://www.mds-ev.de/media/pdf/Leitfaden_2008_150908.pdf

 

Ein Gesetz regelt und schützt den Beruf des Diätassistenten

Der Beruf des Diätassistenten ist durch das Gesetz über den Beruf der Diätassistentin und des Diätassistenten vom 8. März 1994 geregelt und damit auch geschützt. Das Gesetz regelt auch die Ausbildung und Prüfung. Laut Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Diätassistentinnen und Diätassistenten (DiätAss-APrV) umfasst die dreijährige Ausbildung den theoretischen und praktischen Unterricht im Umfang von 3.050 Stunden sowie die praktische Ausbildung von 1.400 Stunden. Nach abgeschlossener und bestandener Prüfung darf die Berufsbezeichnung Diätassistent geführt werden. Die Berufsbezeichnung wird beim zuständigen Regierungspräsidenten (oder vergleichbarer Institution) beantragt, und dort wird die entsprechende Urkunde gebührenpflichtig ausgestellt und zugesandt. Im Gegensatz zur Bezeichnung Ernährungsberater ist die Berufsbezeichnung geschützt. Die Bezeichnung Ernährungsberater hingegen darf jeder führen. Weitere Informationen unter http://archiv.jura.uni-saarland.de/BGBl/TEIL1/1994/19940446.1.HTML und http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/di_tass-aprv/gesamt.pdf

 

Qualifizieren 60 Stunden Unterricht zum Ernährungsmediziner?

Mediziner können sich durch einen Weiterbildungskurs, der nach dem Curriculum Ernährungsmedizin der Bundesärztekammer ausgerichtet ist, zum Ernährungsmediziner ausbilden lassen. Die Richtlinien der Bundesärztekammer zu den Lehr- und Lerninhalten für die Fortbildungskurse zur Ernährungsmedizin sehen in der 2. Auflage aus dem Jahr 2007 folgendes vor: Das Curriculum Ernährungsmedizin sieht 80 Unterrichtstunden à 45 Minuten mit Referenten sowie 20 Stunden Selbststudium oder Seminararbeit anhand von praktischen Fällen vor. Bei der Fortbildungsmaßnahme handelt es sich um eine qualitätsgesicherte, strukturierte Fortbildung von Ärzten im Bereich Ernährungsmedizin. Ob Ärzte durch eine solche Fortbildung, die „nur“ 60 Zeitstunden „Unterricht“ und 20 Zeitstunden „Selbststudium oder Seminararbeit“ umfasst, in die Lage versetzt werden, ernährungstherapeutische Maßnahmen durchzuführen oder auch nur anzuordnen, ist zweifelhaft. 60 Zeitstunden können unproblematisch in einer Woche und das Selbststudium oder die Seminararbeit in 2 bis 3 Tagen absolviert werden. Daraus ergibt sich, dass innerhalb von zehn Tagen aus einem Arzt ein Ernährungsmediziner wird. Informationen zum Curriculum Ernährungsmedizin unter  http://www.bundesaerztekammer.de/downloads/Curr_Ernaehrungsmedizin_2007_07_04.pdf

 

Berufsqualifizierende universitäre Fortbildung ist jetzt auch Diätassistenten möglich

Neben den klassischen Fort- und Weiterbildungen im Ernährungsbereich gibt es insbesondere noch Fort- und Weiterbildungen, die den Bereich der Diabetologie abdecken. Im universitären Bereich gibt es neben dem Grundstudium im Bereich der Ernährungswissenschaft in Deutschland praktisch keine Angebote. Insbesondere für Diätassistenten war bisher eine akademische Fort- oder Weiterbildung schwierig. An der Donau-Universität Krems wird seit 2007 der berufsbegleitende Universitätslehrgang „Applied Nutritional Medicine“ angeboten, der mit dem international anerkannten universitären Grad Master of Science (MSc.) in Applied Nutritional Medicine abschließt und eine weitere wissenschaftliche Karriere ermöglicht. Damit haben erstmalig auch Diätassistenten die Möglichkeit der spezifischen, wissenschaftlich universitären Weiterbildung. Zielgruppe des Universitätslehrganges sind aber auch Ärzte, Apotheker und Ernährungswissenschaftler (sowie andere nichtärztliche Heilberufe).

 

Die Weiterbildungs-Universität in Österreich: Donau-Universität Krems

Die Donau-Universität Krems ist der europaweit führende Anbieter von berufsbegleitenden Universitätslehrgängen. Spezialisiert auf universitäre Weiterbildung aktualisiert sie das Wissen von AkademikerInnen und Führungskräften und stellt sich der gesellschaftlichen Herausforderung des lebenslangen Lernens. Die Weiterbildungsuniversität bietet anwendungsorientierte Forschung und setzt auf starke Kooperationspartner aus der Wirtschaft und Wissenschaft sowie öffentlichen Einrichtungen im In- und Ausland. Das Studienangebot umfasst mehr als 150 Studiengänge aus den Bereichen Wirtschaft und Management, Kommunikation, IT und Medien, Medizin und Gesundheit, Recht, Verwaltung und Internationale Beziehungen, Kultur- und Bildungswissenschaften sowie Bauen und Umwelt. Aktuell studieren mehr als 4.000 Studierende aus über 60 Ländern in Krems. 1994 gegründet ist die Donau-Universität Krems bis heute die einzige staatliche Universität in Europa, die sich auf universitäre Weiterbildung spezialisiert hat. Am 1. April 2004 trat das “Bundesgesetz über die Universität für Weiterbildung Krems” in Kraft, in dem die Strukturen der Donau-Universität Krems dem österreichischen Universitätsgesetz 2002 weitgehend angeglichen wurden. Die Donau-Universität Krems ist damit offiziell die 22. staatliche Universität Österreichs, spezialisiert auf postgraduale Weiterbildung. Daher gelten für die Donau-Universität Krems alle Regelungen des Universitätsgesetzes, die auf den besonderen Wirkungsbereich „Außerordentliche Studien“ oder „Weiterbildungsstudien“ Anwendung finden.

 

Donau-Universität Krems in Zahlen

Studierende Wintersemester 2007/08 insgesamt: 4.178 aus 69 Ländern

54% im Bereich Medizin und Gesundheit (Universitätslehrgang MSc. APN)
14% im Bereich Kommunikation, IT und Medien
11% im Bereich Wirtschaft und Management

Studienangebot: insgesamt 207 Universitätslehrgänge
AbsolventInnen insgesamt: 7.509

 

Master of Science

Mit der Vergabe des akademischen Grades „Master of Science“ (MSc.) wird ein international anerkannter Studienabschluss sichergestellt, der zudem für die wissenschaftlich ausgebildeten Absolventinnen und Absolventen die Möglichkeit bieten soll, ihre Profession auch im Bereich der Forschung weiterzuentwickeln. Der Masterabschluss für dieses wissenschaftliche Gebiet und Berufsfeld im deutschsprachigen Raum wird sich im Zuge des europäischen Einigungsprozesses durch die Einführung des Modells der Bachelor- und Masterabschlüsse etablieren. Das hier vorgelegte Studienprogramm orientiert sich strikt an den Vorgaben des Bologna-Prozesses: Der Schwerpunkt der universitären Lehre liegt auf Programmen, die mit einem Master-Grad abschließen. Master-Grade werden nach Abschluss von Universitätslehrgängen verliehen, die mit entsprechenden ausländischen Masterstudien vergleichbar sind. Für die Absolvierung des gesamten Lehrgangs in berufsbegleitender Form ist eine Studiendauer von 2 Jahren für 120 Credits vorgesehen. Das European Credit Transfer System (ECTS) soll sicherstellen, dass die Leistungen von Studenten an europäischen Hochschulen vergleichbar und bei einem Wechsel der Hochschule auch grenzüberschreitend anrechenbar sind. Dies wird ermöglicht durch die ECTS-Punkte (Credit Points) – Anrechnungseinheiten, die durch Leistungsnachweise erworben werden. Eingeführt wurde das ECTS im Rahmen des so genannten Bologna-Prozesses zur Schaffung eines gemeinsamen europäischen Hochschulraums.

 

Master of Science (MSc) in Applied Nutritional Medicine (Angewandte Nutritive Medizin)

Der Universitätslehrgang findet im Department für Klinische Medizin und Biotechnologie statt (Departmentleiter Universitätsprofessor Dr. med. Dieter Falkenhagen, Internist/Nephrologe). Der Projektleiter ist der renommierte Ernährungsmediziner und Pädiater der Universitätsklinik Wien (Allgemeines Krankenhaus AKH) Universitätsprofessor Dr. med. Kurt Widhalm. Professor Widhalm ist Leiter der AKH Ambulanz für Adipositas, Fettstoffwechsel und Ernährungsmedizin der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde. Die „Angewandte Nutritive Medizin (ANM)“ beschäftigt sich mit der praktischen Umsetzung aller ernährungsrelevanten Fachfragen. Die Ernährungsweise stellt eine wichtige Säule zur Prävention und Therapie chronischer Krankheiten dar. AbsolventenInnen dieses Universitätslehrgangs vermitteln ihre Kenntnisse betroffenen Personengruppen und begleiten KlientInnen bei der Realisierung ihrer Gesundheitsziele. Die Kosten für den Universitätslehrgang MSc. ANM liegen bei insgesamt 13.000,00 Euro. Der Studiengang kann gefördert werden. An der Donau-Universität Krems besteht ein Stipendienmodell. Selbstverständlich können auch anderweitig Förderungsanträge gestellt werden. Unter bestimmten Voraussetzungen ist es auch möglich, ohne Abitur an der Donau-Universität Krems zu studieren. In jedem Falle sind mindestens eine spezifische Berufssausbildung, mindestens 2-jährige Berufsausbildung und Berufserfahrung sowie weitere Leistungen (Prüfungen, Publikationen …) notwendig. Der Universitätslehrgang umfasst 750 Unterrichtseinheiten in neun Modulen, die jeweils an acht aufeinanderfolgenden Tagen an der Donau-Universität Krems stattfinden. Daneben sind Hausaufgaben, eine Projektarbeit (betreut, 20 bis 40 Seiten) und die Masterthesis anzufertigen. Als Leistungsnachweis sind Prüfungen abzulegen. Diese hat einen Umfang von 9 Teilprüfungen á mindestens zwei Stunden sowie eine praktische Prüfung. Weitere Informationen unter http://www.donau-uni.ac.at/de/studium/nutritivemedizin/index.php

 

Anerkennung des Master-Abschlusses und Möglichkeiten der Promotion

Die Donau-Universität ist eine Universität für Weiterbildung und bietet momentan keine Grundstudien an. Die Donau-Universität Krems bietet Studien an, die AbsolventInnen eines Grundstudiums oder Personen mit gleichzuhaltender Berufserfahrung zur Spezialisierung, Vertiefung und Aktualisierung ihrer Kenntnisse dienen. Ein Master-Abschluss allein berechtigt nicht automatisch zur Zulassung zu einem Doktoratsstudium. Gemäß Universitätsgesetz 2002 § 64, Abs. 2, Ziffer 4 ist die Zulassung zum Doktoratsstudium möglich, wenn die betreffende Universität den Lehrgang als gleichwertig einstuft. Doktoratsstudien sind an den Partneruniversitäten der Donau-Universität Krems (beispielsweise an der Universität Flensburg oder der Leeds Metropolitan University) möglich. Absolventen des Universitätslehrganges MSc. in Applied Nutritional Medicine können beispielsweise an der Universität Flensburg ein Doktoratsstudium anschließen und dort promovieren. Die in Österreich erworbenen Mastergrade sind wie folgt zu bewerten: Mastergrade (Master of …, Master in …) werden nach Abschluss von Universitätslehrgängen (§ 58 des österreichischen Universitätsgesetzes 2002, BGBI. I Nr. 120/2002, in der geltenden Fassung), Lehrgängen universitären Charakters (§ 28 des Universitäts-Studiengesetzes – UniStG, BGBI.I Nr. 48/1997, in der zuletzt geltenden Fassung) oder Lehrgängen zur Weiterbildung (§ 14a Abs. 2 des Fachhochschul-Studiengesetzes – FHStG, BGBI. Nr. 340/1993, in der geltenden Fassung) verliehen, deren Zugangsbedingungen, Umfang und Anforderungen mit Zugangsbedingungen, Umfang und Anforderungen entsprechender ausländischer Masterstudien vergleichbar sind. Gemäß § 88 des Universitätsgesetzes 2002 sind Inhaber eines Mastergrades berechtigt, diesen in vollem Wortlaut oder abgekürzt (beispielsweise „MA“, „MSc“) ihrem Namen nachzustellen.

 

Mehr Ernährungsintervention bedeutet mehr Gesundheit

Vor dem Hintergrund der weltweiten Adipositas-Epidemie und der Zunahme ernährungs(mit)bedingter Erkrankungen ist es dringend erforderlich, die Kräfte (Personen, Institutionen und Organisationen), die im Gesundheitssystem im Rahmen von Heilberufen und nichtärztlichen Heilberufen sowie verwandten Berufen arbeiten, in einem interdisziplinären Netzwerk zu verbinden. Es ist notwendig, die verschiedenen Berufsgruppen, die in diesem Bereich tätig sind, auch universitär weiterzubilden. Der Universitätslehrgang „Angewandte Nutritive Medizin“ bietet eine hervorragende Möglichkeit, dem zu entsprechen. Er bietet Diätassistenten, Ernährungswissenschaftlern, Ärzten und Apothekern sowie den Angehörigen anderer nichtärztlicher Heilberufe die Möglichkeit, auf universitärem Niveau weitergebildet zu werden und sogar eine wissenschaftliche Karriere zu starten oder fortzusetzen.

 

Anforderungen an die ganzheitliche Gesundheitsförderung

Neben der Ernährungsberatung und -therapie ist es aber auch wichtig, die Bewegungs- und Verhaltenstherapie einer ganzheitlich orientierten Gesundheitsförderung und Diätetik im Sinne der Lehre einer gesunden Lebensführung zuzufügen. Der Universitätslehrgang an der Donau-Universität Krems ist ganzheitlich orientiert und bietet Theorie und Praxis in ausgewogenem Maße. Es ist wenig zielführend, immer nur einen der drei wichtigen Bausteine der Erfolg versprechenden Gesundheitsförderung zu beleuchten. Die Interessen der ganzheitlichen – wissenschaftlich fundierten – Gesundheitsförderung und Diätetik im Sinne der Lehre einer gesunden Lebensführung werden im deutschsprachigen Raum vom Deutschen Kompetenzzentrum Gesundheitsförderung und Diätetik e.V. vorangetrieben. Im DKGD haben sich alle Berufsgruppen, die in der Gesundheitsförderung und Diätetik tätig sind, zusammengeschlossen. Insbesondere die Interdisziplinarität gewährleistet eine effektive Gesundheitsförderung.

Autor: Sven-David Müller, Diätassistent und Diabetesberater DDG, Student an der Donau-Universität Krems, 1. Vorsitzender des Deutschen Kompetenzzentrum Gesundheitsförderung und Diätetik e.V., Haddamshäuserweg 4a, 35096 Weimar (Lahn), www.svendavidmueller.de, www.dkgd.de, diaetmueller@web.de

Literatur: Beim Verfasser

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