Fragen an Sven-David Müller

Fragen an Sven-David Müller

1. Ohne was können Sie nicht leben?

Gute Musik – U oder E ist mir dabei egal. Gut muss die Musik sein.

 

2. Haben Sie viele Freunde?

Nein – niemand hat viele Freunde – Bekannte vielleicht, aber davon habe ich auch eher wenige und leide nicht wirklich darunter. Ich kann mich nur auf wenige Menschen gut und gleichzeitig konzentrieren.

 

3. Wer ist Ihr größtes Vorbild?

Meine Großmutter Ruth Müller-Markgraf, ehemalige zweite Harfenistin des Staatsorchesters Braunschweig, dem wohl ältesten Kulturorchester der Welt. Sie ist Kind geblieben, trägt nichts nach, ist der gütigste Mensch, den ich kennenlernen durfte und hat große Übersicht und Intelligenz für viele Menschen. Sie hat mir das größte und wichtigste Geschenk meines Lebens gemacht: die Musik. Musik war meine erste Liebe und wird meine letzte sein.

 

4. Warum engagieren Sie sich beim Kompetenzzentrum Gesundheitsförderung und Diätetik?

Weil ich mich und meine Gedanken einbringen möchte. Ich bin eine typischer Ehrenamtler – nicht Geld, sondern Menschen und Projekte interessieren mich. Ich möchte etwas für die Menschen tun. Viele Krankheiten könnten vermieden werden. Eine ganzheitliche Prävention fehlt in Deutschland. Insbesondere fehlen Projekte und Konzepte, die ankommen bei den Menschen. Ich halte Ernährungspädagogik für außerordentlich wichtig.

 

5. Was mögen Sie nicht?

„Nichtgespräche“, Geplapper und schlechten Wein. Viele Menschen sprechen den ganzen Tag, ohne etwas zu sagen. Manche Menschen plappern sinnloses und/oder dummes Zeug daher. Das Leben ist dafür zu kurz. Mit solchen Menschen mag ich mich
nicht umgeben. Das Leben ist aber auch zur kurz für schlechten Wein. Ich liebe Rioja und guten – also trockenen – deutschen Weißwein. Die Anbaugebiete Mosel und Saale-Unstrut erscheinen mir dabei besonders hochwertig.

 

6. Was mögen Sie?

Menschen, die Ideen haben und diese durchsetzen. Auch wenn sie gegen Wände rennen müssen. Irgendwann gibt jede Wand nach. Konventionen dürfen nicht das Maß aller Dinge sein. Kritik und die Auseinandersetzung mit anderen Menschen im konstruktiven Team sind mir wichtig. Ich bin ein Teamarbeiter.

 

7. Was ist Ihr Antrieb?

Das endliche Leben – wir haben so wenig Zeit und könnten so viel erreichen. Aber es ist schwer, das zu tun. Es bedeutet die ständige Reibung in und mit sich selbst – aber auch mit den Menschen, die das nicht so sehen.

 

8. Welche Fähigkeiten hätten Sie gerne?

Ich würde gerne zeichnen und malen können. Dazu habe ich wenig Talent und nehme mir zu wenig Zeit, es zu erlernen.

 

9. Welche Hobbys haben Sie?

Ich lese und schreibe mit Begeisterung und liebe klassischen Gesang in Oper, Operette und Konzert. Ich mag besonders tiefe Frauen- und Männerstimmen. Also Bässe, Baritone, Mezzosoprane und Altistinnen. Wenn ich fleißig übe – das weiß ich aus meiner Vergangenheit – und auch professionellen Gesangsunterricht nehme, bin ich ein akzeptabler „Kavaliersbariton“, der zu dramatischen Aufschwüngen fähig ist.

 

10. Was ist Ihr persönlicher Lebenstraum?

Pressesprecher bei einem Theater sein. Am liebsten wäre mir natürlich ein Opernhaus oder ein Konzerthaus. Theater ist so echt, direkt und emotional. Ich liebe Buh und Bravo in einem Theater. Nichts kann allen gefallen – das wäre langweilig, und Langeweile mag ich nicht.

 

11. Was ist Ihre größte Stärke?

Andere Menschen sagen Mut – ich meine Kreativität, Organisationstalent, Führungsstärke und Durchsetzungsvermögen. Aber ich bin ein unbequemer Mensch. Ich bin oft nicht leicht zu verstehen. Aber ich antworte auf jede Frage und stelle mich
jeder Diskussion und gebe so jedem Menschen die Möglichkeit, mich zu verstehen – oder auch nicht.

 

12. Was ist Ihre größte Schwäche?

Ungeduld!

 

13. Wen hätten Sie gerne getroffen?

Den Tenor Richard Tauber, der für mich die schönste lyrische Tenorstimme aller Zeiten hatte und dessen hohe Musikalität ungewöhnlich ist – wer konnte oder kann die Don Ottavio Arien in Don Giovanni besser singen und wer kann mehr natürliche
Musikalität in den „Klein Zack“ legen?! Und die Entdecker des Insulins Charles Herbert Best und Frederick Grant Banting. Denn ohne die beiden wäre ich 1976 gestorben. Banting und Best haben ihren Nobelpreis geteilt, was ich faszinierend finde, und haben
das Patent für einen Dollar abgegeben. Sie haben zum Wohle von Millionen Menschen, die auf Insulin angewiesen sind, auf den vielleicht größten Reichtum auf diesem Planeten verzichtet. Davor ziehe ich den Hut – beim Gedanken daran sträuben sich mir
die Nackenhaare und meine Augen werden feucht.

 

14. Was sind Ihre nächsten Projekte?

Das Projekt Prävention vom Kompetenzzentrum Gesundheitsförderung und Diätetik. Wir müssen es einfach schaffen, den Menschen durch Emotionen, Vorbilder und Idole zu vermitteln, dass eine gesundheitsbewusste Lebensweise nicht lustfeindlich ist und sich lohnt. Wir leben nicht in einer Präventionswüste, sondern vielmehr in einer Gesellschaft, die viele hundert Millionen Euro in Projekte steckt, die die Menschen einfach nicht erreichen. Das WILL ich mit anderen Menschen ändern. Machen Sie mit – JA SIE!

 

15. Was trifft Sie ins Mark?

Dummheit und Lügen. Wir sind heute umgeben von Menschen, die nicht ehrlich agieren und ihre eigenen Probleme an anderen Menschen ausleben. Und viele Menschen, müssten öfter ihr Gehirn – aber wohl noch öfter ihre Seele – einschalten und agieren
lassen. Vieles geht zu schnell und vieles geht daher daneben.

 

16. Worauf sind Sie stolz?

Auf mich!

 

17. Was ist Ihre Lieblingsstadt?

Es sind (!!!) Wien und New York. Diese Städte sind nicht kongruent und doch sind sie für mich faszinierend. Dort „menschelt“ es für mich mehr als an anderen Orten auf dieser Welt. Vielleicht kenne ich auch noch nicht viele Orte, aber Wien und seine
Kaffeehausatmosphäre mit dem Cafehaus Demel, dem Hotel Sacher und natürlich der Wiener Staatsoper, hat etwas Besonderes; auch durch die K&K Geschichte, die Wien zum Schmelztiegel werden ließ. Außerdem kann man nirgends besseren Cafe trinken –
vielleicht in den Blue Montains auf Jamaica – und bessere Pralinen erhalten (sagt meine Großmutter). New York hat eine besondere Atmosphäre. Ich finde die Menschen dort nett und zugewandt. Überall kann man praktisch immer alles einkaufen und erleben. Hier habe ich den besten Käsekuchen meines Lebens gegessen und konnte in der MET erleben, dass Kuturereignisse nicht für alle Menschen dieser Welt das Gleiche bedeuten. Aber vielleicht bin ich doch etwas altmodisch.

 

18. Was ist Ihre Lieblingsmusik?

Die Oper „Die Tote Stadt“ von Erich Wolfgang Korngold. Der junge Komponist, der zu den wohl größten überhaupt zählen müsste – die Nazis haben ihn um seinen Ruhm und die Menschheit um die herrliche Musik gebracht – hat eine gleichsam gleißende Partitur hinterlassen, die man bei einfacher Betrachtung sogar als romantischen Kitsch abtun könnte. Aber sie hat auch unendliche Tiefe und ein herrliches Libretto. Glück, das mir verblieb … ist meine Lieblingsarie daraus und auch überhaupt.

 

19. Was ist Ihr Lieblingsbuch?

Es sind (!!!) Die Johannes Erzählung von Heinz Körner, Biografien über Richard Tauber, Bücher über den Zarenmord und Bücher über meine geliebte Heimatstadt Braunschweig. Ich bin 1987 zur Ausbildung nach Bad Hersfeld gezogen. Noch heute
habe ich „Bauchgrimmen“, wenn ich in den zugegebenermaßen hässlichen Hauptbahnhof von Braunschweig einfahre. Diese Stadt hat so viel und wird so unterschätzt. Gauss und Lessing haben hier gewirkt. Die älteste technische Universität und das erste öffentliche Museum gab es hier. Die erste Eisenbahnlinie führte nicht von Nürnberg nach Fürth, sondern von Braunschweig nach Schöningen. Aus Braunschweig kommt die Zeit (Atomuhr), und Eintracht Braunschweig war 1967 Deutscher Fußballmeister. Rene Kollo, Anja Silja und Rudolf Schock sind nur einige der Weltstars, die am Staatstheater Braunschweig ihre Weltkarriere begannen. Das Herzog-Anton-Ulrich Museum zählt zu den wichtigsten und bedeutendsten Bewahrungsstätten alter Meister wie Rembrandt oder Van Dyke. Goethes Faust und Lessings Emilia Galotti hatten hier ihre Uraufführung. Und das Staatsorchester Braunschweig zählt mit einer Geschichte von über 420 Jahren zu den drei ältesten Kulturorchestern der Welt. Hector Berlioz bezeichnete dieses Orchester als das ideale Orchester. Der Braunschweiger Herzog Heinrich der Löwe dürfte zu den wichtigsten Herrschern seiner Zeit gehören. Er hat von Baunschweig aus München, Schwerin, Lüneburg und Lübeck gegründet und sich mit dem weltbekannten Löwenstadtbild auf dem Braunschweiger Burgplatz, der für mich der schönste Platz Europas ist, ein ewig wundervolles, glänzendes Monument gesetzt. Das teuerste Buch der Welt – das Evangeliar Heinrichts des Löwen – befindet sich in Wolfenbüttel unweit von Braunschweig. Und das erste VW-Werk – VW stand übrigens nicht für Volkswagen, sondern für Vorwerk – ist in Braunschweig. Hier werden die meisten und besten Klaviere und Flügel in Europa produziert.

 

20. Bitte vervollständigen Sie folgende Sätze:

1) Ich bin mit Leib und Seele … DIÄTASSISTENT.

2) Wenn ich morgens aufwache, brauche ich … KAFFEE.

3) Im Sportverein/Fitnesscenter bin ich … ZU SELTEN.

4) Die Menschen sollten besser … MEHR FÜR IHREN LEBENSSTIL TUN.

5) Vom öffentlichen Gesundheitswesen erwarte ich mehr … PROJEKTE, DIE TATSÄCHLICH BEI DEN MENSCHEN ANKOMMEN UND ETWAS POSITIVES ERREICHEN.

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