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Taurin

Taurin ist eine Aminosulfonsäure. Sie ist das Endprodukt des Stoffwechsels der schwefelhaltigen Aminosäuren Methionin und Cystein. Gebildet wird Taurin bevorzugt in Leber und Gehirn unter Beteiligung von Vitamin B6. Die pro Tag synthetisierte Menge von 50-125 Milligramm reicht aus, um den Bedarf zu decken. Taurin ist daher nicht essentiell, es muss also nicht mit der Nahrung zugeführt werden. Die Taurinzufuhr bei gemischter Kost liegt bei mindestens 200 Milligramm pro Tag. Die höchsten Konzentrationen findet man in Fisch, gefolgt von Fleisch und Milch. Pflanzliche Erzeugnisse tragen kaum zur Taurinzufuhr bei.
Taurin werden folgende Funktionen zugeschrieben: Entwicklung des Nervensystems und des Muskelwachstums, Calciumfluxmodulation, Osmoregulation und Entgiftung.

Die Werbung suggeriert, dass Taurin als Bestandteil von „Energy Drinks“ beim Menschen sowohl die körperliche als auch die geistige Leistungsfähigkeit fördere. Es sind jedoch bisher keine gut kontrollierten Studien bekannt, die eine positive Wirkung von Taurin-Supplementen auf die körperliche Leistungsfähigkeit oder das Konzentrationsvermögen zeigen. Eine hohe Zufuhr von Taurin kann deshalb derzeit, insbesondere aufgrund der möglicherweise bestehenden Nebenwirkungen, nicht empfohlen werden. Die oftmals subjektiv verspürten positiven Effekte sind auf Placeboeffekte oder auf das enthaltene Koffein in den „Energy Drinks“ zurückzuführen.

Zuletzt aktualisiert am 23.01.2016 von Marco Gau.

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